Fetisch und Fashion - einfach nur tolle Dessous aus nicht ganz alltäglichen Materialien!
Lack, Leder und Latex
Lack ist ein flüssiger oder auch pulverförmiger Beschichtungsstoff, der dünn auf Gegenstände aufgetragen wird und durch chemische oder physikalische Vorgänge (zum Beispiel Verdampfen des Lösemittels) zu einem durchgehenden Film aufgebaut wird. In der Regel bildet sich dadurch eine hochglänzende Oberfläche Lack in Verbindung mit Kleidung bezeichnet Kleidung, die eine Oberfläche aufweist, die wie lackiert aussieht: Hier handelt es sich um mit Polyurethan oder PVC beschichtetes Gewebe oder elastisches Stretch-Trikotmaterial. Lackbeschichtete Kleidung kann aus Glanzlack oder Mattlack bestehen und entspricht im Glanz nicht ganz Latex, sieht jedoch ähnlich aus. Im sportlichen Bereich wird für Regenjacken und Regenanzüge vorzugsweise Mattlack eingesetzt, als Regenmantel oder Lackmantel für Damen und Herren eher Glanzlack. Diese Materialien haben besondere Bedeutung im Bereich der Fetischkleidung.
Latex Latexkleidung, Latexwear oder auch Latex-Ware bezeichnet Kleidungsstücke, die aus (Natur-)Gummi bzw. Latex gefertigt sind. Desweiteren versteht man darunter auch eine besondere Art des Fetischismus, die sich mit dem Tragen von Kleidungsstücken aus Latex befasst. Das Verlangen oder die schlichte Versuchung, etwas anzuziehen, das aus Latex besteht, fasziniert die Menschen schon seit einigen Jahrzehnten. Dies liegt wahrscheinlich an der Anschmiegsamkeit des Materials in Verbindung mit der gesellschaftlichen Ansicht zu diesem Thema.
Latex in der Öffentlichkeit Latex gilt, obwohl es sich definitionsgemäß nicht von anderen Textilwerkstoffen unterscheiden dürfte, gesellschaftlich noch nicht als salonfähig, d.h. Latex-Liebhaber können nicht in reiner Latexbekleidung am öffentlichen Leben teilnehmen. Es ist natürlich nicht illegal, Latex in der Öffentlichkeit zu tragen, aber man riskiert trotzdem polizeiliche Unannehmlichkeiten wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses oder ähnlichem. Ein weiterer Reiz dürfte das Nackt-und-doch-nicht-nackt-Gefühl sein, dass einem beim Tragen von Latex widerfährt: dünnes Latex paust jede noch so kleine Falte auf die Oberfläche des Trägers. Als Träger fühlt man sich nach kurzer Eingewöhnung quasi nackt. Im Bereich der Erotikindustrie wird in den letzten Jahren verstärkt Achtsamkeit auf diese Art von Kleidung gelegt. Die offensichtliche Außergewöhnlichkeit der Bekleidung, wird insbesondere von der Hardcore-Porno-Sparte geschickt genutzt, um die gespielte Welt noch weiter von der wirklichen Realität abzugrenzen, und damit den Zuschauer zu fesseln. Gerade in diesem Bereich trennt sich in der Riege der Porno-Schauer schnell die Spreu vom Weizen: • Viele Leute akzeptieren in pornographischen Videos, Kleidungsstücke aus Lack, Lycra etc. durchaus als Latex. Frei nach dem Motto, alles was eng ist, muss aus Latex sein! Nicht so die echten Latexfans, die oft schon auf den ersten Blick erkennen ob Latex oder einer der anderen Stoffe gezeigt wird. • Viele Leute verbinden Latex automatisch mit BDSM-Szenarien (Fesselungen, Masken und körperliche Züchtigungen). Auch das hat grundsätzlich nichts mit Latexbekleidung zu tun und stößt manchen Latexliebhaber sogar ab. Für viele Interessierte gestaltet sich der Weg vom Wissen um Latex bis zum ersten Tragen meist äußerst steinig: • Hauptproblem: Gesellschaftliche Achtung scheint zu wanken! Ein abendlicher Discobesuch in Latex bleibt meistens nur Theorie. Zu groß ist die unterschwellige Furcht, von Kollegen/Freunden/etc. erkannt und ausgelacht zu werden. • 2. Problem: Der Kostenfaktor. Als Beispiel sei hier nun die Rede von einem Ganzanzug. Dieser kostet in vernünftiger Qualität, maßgeschneidert, etwa 300 - 500€. Viele Anfänger lassen sich dadurch abschrecken und greifen eher zu billigen Fernostprodukten (80 - 150€), die jedoch von der Haltbarkeit den maßgeschneiderten Kleidungsstücken weit hinterher sind. Das Tragen von Latexkleidungsstücken wird von Trägern und Trägerinnen durchweg als sehr stark anregend empfunden. Dies schließt eine sexuelle Ebene nicht unbedingt aus.
Arten von Latexkleidung Getauchte Ware Hierbei wird eine Form aus Keramik oder dgl. in ein Bad aus flüssigem Latex getaucht und danach herausgezogen. Hierbei bildet sich eine Schicht von ca. 0,05-0,1mm. Um die gewünschte Dicke des Materials zu erreichen, wird ggf. mehrfach getaucht. Nachteile dieser Verfahrensweise sind: • Schwankende Materialstärke (d.h. schwankende Reißfestigkeit) • Jedes Kleidungsstück passt nur der Person, der die Form nachempfunden wurde. Deshalb bieten solche Artikel allen anderen Leuten nur selten eine zufriedene Passform.
Geklebte Ware Hier wird das Kleidungsstück aus Bahnen von bereits fertigem Latex geschneidert. Der Preis ist meist um ein Vielfaches höher als bei getauchter Ware. Die Festigkeit und damit die Haltbarkeit des Materials übertrifft die getauchter Ware allerdings bei weitem, was den höheren Preis rechtfertigt. • Konstante Materialstärke und somit auch gleich bleibende Festigkeit und Haltbarkeit der Kleidung. • Das Kleidungsstück kann von einem Schneider perfekt an die Figur des Kunden angepasst werden.
Pflege von Latexkleidung Latexbekleidung trägt sich zwar wie normale Kleidung, die Pflege ist jedoch um einiges aufwändiger: • Latexbekleidung sollte nach jedem Tragen gründlich mit einem geeigneten Waschmittel gereinigt werden. Im Fachhandel gibt es dafür bereits fertige Reinigungsprodukte. • Latexbekleidung sollte immer einzeln gelagert werden, d.h. jedes einzelne Stück sollte idealerweise hängend im Schrank verweilen, da sich Knicke u.U. nicht mehr entfernen lassen. • Latexbekleidung sollte immer ausreichend talkumiert/silikoniert sein um eine lange Elastizität zu gewährleisten.
Leder ist ein Material, das durch Gerben aus der Haut von Tieren gewonnen wird. Aufgrund der aufwändigen und daher teuren Herstellung kann der Bedarf nicht durch echtes Leder gedeckt werden. Es wird daher häufig durch Lederimitate, so genanntes Kunstleder ersetzt. Zusammen mit Holz, Stein und Wolle ist es eines der Materialien, mit denen der Mensch in seiner Geschichte schon am längsten arbeitet.
Lederarten Ledersorten können auf verschiedene Arten kategorisiert werden. Die folgende Liste kann daher nur einige Parameter als Beispiele anführen. Tierart, von der die Haut stammt Heute wird Leder vor allem aus der Haut von Rind, Kalb und Schwein hergestellt. Seltener werden z. B. Pferd (Chagrin, Cordovan) und Ziege (Saffian) verwendet. Im Mittelalter wurde auch Hunde- und Katzenhaut verwendet. Krokodil-Leder und Schlangenleder werden fast ausschließlich für Modeartikel verwendet. Aus Tierschutzgründen werden sie jedoch immer mehr durch Kunstleder ersetzt. Fischleder bzw. Aalleder ist extrem selten. Hühnerleder stammt nicht aus der Haut von Hühnern, sondern aus feinem Schaf- oder Ziegenleder. Es gibt Gerüchte, die besagen, dass in jüngster Zeit teilweise ungekennzeichnetes Leder aus Fernost nach Europa gelangt, das von Hunden und Katzen stammen soll. Falls das wahr sein sollte, stellt das jedoch eher ein Problem für Tierschützer dar als für die lederverarbeitenden Industrien und den Handel. Andererseits sollte man sich vor Ethnozentrismus hüten. Hunde sind in asiatischen Ländern ein Nahrungsmittel und warum sollte man sie nicht vollständig verwerten, wenn man sie schon tötet. Inder wiederum würden es für barbarisch halten Kuhhäute zu verwenden. Ob das hautgebende Tier domestiziert war Das meiste heute verwendete Leder stammt von Tieren, die von Menschen gezüchtet und aufgezogen wurden, so genannten domestizierten Tieren. Nur noch in Einzelfällen stammt Wildleder tatsächlich von wildlebenden Tieren.
Verwendung Es gibt zahlreiche unterschiedliche lederverarbeitende Handwerksberufe wie den Feintäschner, Gerber, Kürschner, Riemer, Sattler oder Schuhmacher. Das durch Gerben hergestellte und danach bearbeitete Leder ist außerordentlich vielseitig verwendbar.
• Mode Leder wird hier einerseits in der Bekleidungsindustrie für Kleidungsstücke (z. B. Jacken, Hosen, Mäntel) und Schuhe, andererseits für Accessoires wie Gürtel oder (Hand-)Taschen verwendet. Daneben gibt es Schutz- und Funktionskleidung aus Leder (Fliegerjacken, Motorradkleidung, ...) In der Möbelindustrie wird Leder vor allem als Bezug verwendet z. B. von Möbeln wie Sofas o.ä.
• Sport Beispiele sind hier Überzüge von Bällen (z. B. Fußball, Handball, Medizinball) oder Sportgeräten (z. B. Böcke, Boxsack).
Erzeugnisse aus Leder werden als Lederwaren oder Portefeuilles bezeichnet. Darüber hinaus hat Leder Bedeutung und Verwendung in der Fetischszene. Ein wachsender Anwendungsbereich ist die Technik oder Fahrzeugindustrie. Schon früh wurde Leder für Transmissionsriemen o. ä. verwendet. Heute nimmt die Verwendung als Innenraum- oder Lenkradverkleidung sowie für Ledersitze zu (siehe dazu auch: Fahrzeugtuning).
Geschichte Lange vor der Zeitenwende waren lederne Gegenstände in Ägypten und bei den Israeliten in Gebrauch. Im Mittelalter war die Produktion von Leder in Vorderasien und Nordafrika sehr viel weiter fortgeschritten als in Europa, sowohl was die Quantität als auch was die Qualität anbetraf. Erst 1749 wurde die erste Saffianleder-Fabrik im Elsass errichtet. Die Herstellung einzelner Lederarten war in Deutschland lange Zeit einzelnen Regionen oder Städten vorbehalten: • Sohlleder in alter Grubengerbung im Rheinland, besonders in Trier, Malmedy (jetzt Belgien) • Sohlleder in Schnellgerbung in Norddeutschland, besonders in Hamburg • Rossleder in Holstein • Lackleder, besonders Lackkalbleder in Worms und Mainz • Lackleder für Wagenverdecke in Mülheim an der Ruhr • feine Wichskalbleder in Barr im Elsass • Kipsoberleder in Backnang • farbige Leder in Offenbach am Main, wo heute noch die Lederwarenmesse stattfindet, und im Taunus • Glaceleder in Berlin, Magdeburg, Altenburg und München
Metaphern Leder wird oft mit Wildheit und Ungezügeltheit in Verbindung gebracht. Vermutlich ist das darauf zurückzuführen, dass zur Gewinnung von Leder ein Tier sterben muss und der Träger deshalb ein potentieller Jäger sein muss. In dieser Funktion diente Leder lange Zeit zur absichtlichen Abgrenzung Jugendlicher von der bürgerlichen Gesellschaft (Jugendkultur). Leder haftete deshalb lange ein Hauch von Abenteuerlust und harter Männlichkeit an. Leder kann aber auch ein Ausdruck für Konvention, Brauchtum und Tradition sein. Es wird schon sehr lange von Menschen verwendet. Daher ist es auch ein Ausdruck einer Verbundenheit mit der Vergangenheit und der Verbindung zu Natur. Bekannte Beispiele sind Trachtenjacken und die berühmte bayerische Lederhose. Die Bedeutung vieler dieser Metaphern geht in einer individualistischen Gesellschaft verloren. Es ist nicht wichtig, sich als Mitglied einer Gruppe zu markieren. Menschen versuchen vielmehr sich als einzigartig kenntlich zu machen. Die Verwendung bestimmter Materialien richtet sich daher nach der Seltenheit, mit der dieses in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Soweit es Mode betrifft, herrscht heute eher ein Stilmix vor. Die ursprüngliche Bedeutung ist nebensächlich. Daher ist Leder heute ein Material wie jedes andere und damit auch gesellschaftsfähig. Lederjacken z. B. haben den Status aufmüpfiger Jugendbekleidung verloren und sind zum fest etablierten Spektrum der Alltagskleidung, z. T. sogar zum Prestigeobjekt geworden.
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