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Erotik, Sex und Liebe

Heutzutage wird das Wort Erotik in der Umgangssprache mit den Begriffen Sex und Liebe vermischt. Im kommerziellen Umfeld wir das Wort Erotik häufig als Synonym zu pornografischer Darstellung und Geschlechtsverkehr gebraucht. Pornografie ist dann die nächste Stufe: Hier geht es nicht mehr um den langsamen Aufbau einer sexuellen Erregung und der damit einhergehenden Umwerbung und Eroberung des Partners, sondern einzig und allein um die direkte Befriedung des puren Triebs.

Ursprünglich steht das Wort Erotik für die geistige und sinnliche Zuneigung, die man einem anderen Menschen entgegenbringt. Sex hingegen verkörpert die trieb- und körpergesteuerte Anziehung zu einer anderen Person; Liebe die emotional-seelische Anziehung zu einer anderen Person.

Eine erotische Ausstrahlung hängt nicht davon ab, wie nackt sich eine Person zeigt. Gestik und Mimik können ebenso erotisch anziehend wirken wie die Sprachmelodie und –färbung, sowie die Körperhaltung. Ebenso kann ein bestimmter Gegenstand oder ein Kleidungsstück (Fetisch) erotisch anziehend wirken.


(Sextoys) Sexspielzeug


Bis in die 1990er Jahre war das Wort Sextoy unbekannt. Gegenstände, die der sexuellen Stimulation dienten, wurden erotische Hilfsmittel genannt. Und so wurden sie auch angesehen: als ein Hilfsmittel, um der sexuellen Stimulation auf die Sprünge zu helfen.

Heutzutage ist das Wort Hilfsmittel aus der Mode gekommen. Die Verenglischung unserer Sprache hatte das Wort Sextoys, im original-deutschen auch Sexspielzeug, übernommen.

Der Markt wird mittlerweile von Sexspielzeug überflutet. Die Industrie denkt sich immer neue Modelle aus und die Qualität der Verarbeitung ist nicht vergleichbar mit der Verarbeitung vor noch nicht mal 15 Jahren. Ständig werden neue Materialien entwickelt, um ein möglichst originalgetreues Abbild zu schaffen und das Gefühl von absoluter Echtheit zu vermitteln.

Heutzutage gibt es dutzende Variationen von Dildos, Vibratoren, Lustkugeln, Butt Plugs. Strap-Ons, Keuschheitsgürtel, Elekro-Stimulation, Peniskäfige, Vagina-Nachbildungen, Sexpuppen etc.

So gibt es nicht mehr einfach nur den klassischen Dildo/Vibrator, man kann wählen zwischen originalgetreu (natürlich kontinentspezifisch wie Asia, Afrika oder Europa) oder auch zwischen Fantasie-Gebilden oder Tierformen (der Rabbit-Vibrator ist da sehr beliebt). Hat man diese Auswahl getroffen, hat man noch keine endgültige Entscheidung gefällt. Denn dann kommt noch die Qual der Wahl des Materials: was darf es sein? Plastik, Latex, Holz, Jelly, Glas, Silikon?

Sextoys findet man in Sexshops, im Online-Erotikshop, aber auch Erotikmessen sind mittlerweile sehr populär geworden.

Auch Sextoys-Zubehör darf nicht vergessen werden: Hierzu gehört zum Beispiel eine besondere Kleidung für ein Rollenspiel und auch anderes Zubehör wie Peitschen und Fesseln.


Dildos
sind bereits aus der Antike des 6. Jahrhunderts v. Chr. bekannt, damals Olisbos (Plural: olisboi) genannt. Den Darstellungen und Beschreibungen nach dienten sie eher der voyeuristischen Stimulation des Partners als der Selbstbefriedigung. Die Formenvielfalt war schon damals recht ausgeprägt, ein Vasenbild zeigt z. B. einen doppelendigen Dildo.

Unter der Bezeichnung Dildo wurde er im 18. Jahrhundert als medizinisches Hilfsmittel zur Erweiterung der Vagina vor der Geburt benutzt. Doch seine Wurzeln liegen viel weiter zurück. Bereits vor über zweitausend Jahren wussten die Ägypter von seiner Wirkung zur Steigerung des sexuellen Lustempfindens. Sie benutzten Ton als Werkstoff. Es folgten Dildos aus Leder, Holz, Wachs und Glas. Heute werden diese Sextoys vorwiegend aus Silikon, PVC, Acrylglas, Aluminium und Edelstahl gefertigt. Aus Porzellan gefertigte Dildos gab es bereits im alten China.

Ob der Dildo für Lesben oder Männer mit Erektionsschwäche ein geeignetes Instrument ist, um eine Frau sexuell zu stimulieren, ist fraglich; Vibratoren sollen hier weitaus bessere Dienste leisten. Für diese Annahme spricht, dass Frauen – im Gegensatz zu den Vorstellungen vieler Männer – bei der Selbstbefriedigung eher selten etwas in ihre Vagina einführen.

Nach den Zahlen, die der Sexualforschung vorliegen, rangieren Dildos bei Heterosexuellen als Sexspielzeuge auf den hintersten Plätzen, was insofern verständlich ist, als die meisten Nervenenden nicht in, sondern außerhalb der Vagina liegen, also z. B. eine Stimulierung des Kitzlers (Klitoris) viel wirkungsvoller ist.

Laut einer Spiegel-Umfrage wissen 66 Prozent aller Deutschen, wozu ein Dildo dient. Bei den unter 15jährigen wissen 40 Prozent der Mädchen und 57 Prozent der Jungen, was ein Dildo ist.
Theoretisch wurde der Dildo u. a. von Beatriz Preciado in Kontext der Queer Theory thematisiert.


Strapon

Ein Strapon, auch Strap-On, ist ein Dildo zum Umschnallen (Umschnalldildo). Meist wird er von Frauen benutzt, um einen Penis zu simulieren, und damit andere Frauen oder auch Männer vaginal oder auch anal zu penetrieren. Er sieht aus wie ein Gürtel, bei dem an der Vorderseite ein Dildo eingefügt wurde. Es gibt auch Gürtel mit Schrittriemen für Strap-Ons und andere Konstruktionsprinzipien - z. B. können Strap-Ons auch am Kopf oder durch Gurte am Oberschenkel befestigt werden.

Ein Vibrator
ist ein technisches Gerät, das durch Zuführung von Energie in mechanische Schwingungen von meist hoher Frequenz und relativ kleiner Amplitude (Vibration) versetzt wird. Die Anwendungsgebiete für Vibratoren sind breit gefächert.

Einsatz von Vibratoren am menschlichen Körper
Der Vibrator wurde 1869 von dem Arzt George Taylor in den USA patentiert. Im Anschluss daran wurden elektrisch betriebene Vibratoren bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Arztpraxen eingesetzt. Man ging davon aus, dass sich der dadurch ausgelöste Orgasmus positiv auf die damals bei Frauen häufig diagnostizierte Hysterie auswirkt. Dies war wohl nur deshalb möglich, weil das Wissen über die weibliche Sexualität zu dieser Zeit noch stark unterentwickelt war. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde sogar Werbung für die private Nutzung von Vibratoren gemacht. Erst später ging man dazu über, den ursprünglichen Zweck zu verschleiern und pries sie als Massagegeräte zur Entspannung und Pflege von Haut und Muskulatur an.

Vibratoren zur sexuellen Stimulation
Allgemein wird als Vibrator ein meist batteriebetriebenes Sexspielzeug aus Kunststoff oder Silikon bezeichnet, das oft einem erigierten Penis ähnlich sieht (wie auch Dildos) und zur sexuellen Stimulierung beim Masturbieren oder beim partnerschaftlichen Liebesspiel eingesetzt werden kann. Vibratoren werden überwiegend für die klitorale Stimulation verwendet, können aber auch in die Vagina eingeführt werden, anal zum Einsatz kommen oder die Innenseite der Oberschenkel oder die Brustwarzen stimulieren.

Die elektrisch erzeugte Vibration, deren Geschwindigkeit und Stärke sich bei den meisten Modellen variieren lässt, bewirkt die sexuelle Erregung häufig bis zum Orgasmus. Frauen, die beim Geschlechtsverkehr nur selten zum Orgasmus kommen, können durch einen Vibrator einen sexuellen Höhepunkt erreichen.

Im Handel gibt es unzählige Vibratoren in allen Formen, Farben und Größen. Die Auswahl reicht vom schlichten, weißen Massagestab über den geäderten, hautfreundlichen Latex-Luststab bis zum raffinierten, chipgesteuerten Gerät, das für variable Vibrationen programmierbar ist.

Heute gibt es auch kleine Vibratoren, die die Finger des Trägers in Vibrationen versetzen, sowie Vibratoren, die in Butt Plugs und andere Sexspielzeuge eingebaut sind. Die Vibration wird nicht nur als erregend empfunden, sondern unterstützt bei Butt Plugs auch die Entspannung des Schließmuskels.

Medizinische Anwendungen
Vibrationen haben eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur. Elektrische Vibratoren finden daher in Massagegeräten Anwendung.

(Sexueller) Fetischismus
(zusammengesetzt aus sexuell, von lat. sexus, Geschlecht, und Fetischismus, von lat. facere, machen, und pt. feitico, Zauber, Wahn), ist eine Paraphilie, bei der ein unbelebter Gegenstand oder ein Körperteil Objekt sexueller Begierde ist. Der Begriff leitet sich ab von Fetischismus, dem Glaube, dass Gegenstände übernatürliche Kräfte haben können, und wurde 1887 von dem Psychologen Alfred Binet eingeführt. Das Objekt der Begierde nennt man Fetisch.

In Fachkreisen unterscheidet man partiellen Fetischismus, bei dem der Fetisch die sexuelle Erregung nur erleichtert, von komplettem Fetischismus, bei dem ohne Fetisch kein Orgasmus erreicht werden kann. Sexueller Fetischismus wird abgegrenzt von transvestitischem Fetischismus.

Obwohl viele Menschen bestimmte Körperteile, Kleidung oder ähnliches bevorzugen, spricht man erst ab einem gewissen Grad der Fixierung von Fetischismus. Viele betrachten sexuellen Fetischismus als Perversion und treten ihm mit Unverständnis oder sogar Abscheu gegenüber. Über Fetischisten grassieren zahlreiche Vorurteile.

Allgemein gilt sexueller Fetischismus nicht als Krankheit. Steigert sich die Fixierung auf den Fetisch jedoch so sehr, dass das Interesse an anderen Sexualpraktiken gänzlich erlischt oder der Fetischist darunter leidet, so kann Fetischismus als Psychische Störung behandelt werden.

Es gibt verschiedene Theorien, die versuchen zu erklären, wie ein sexueller Fetisch entsteht. Nach heutigem Kenntnisstand ist es nicht möglich, diese sexuelle Vorliebe zu beseitigen oder auf ein anderes Objekt umzulenken. Sie kann durch eine Therapie jedoch unterdrückt werden.

Fetische
Prinzipiell kann jeder Gegenstand oder Körperteil ein Fetisch sein, bestimmte Objekte tauchen jedoch gehäuft als Fetisch auf. Fetische sind immer sehr individuell ausgeprägt. Selbst wenn zwei Fetischisten denselben Gegenstand oder Körperteil bevorzugen, bedeutet das noch nicht, dass sie von denselben Objekten erregt werden oder die Neigung des anderen nachvollziehen können. Nur wenn ein Gegenstand die vom Fetischisten bevorzugte äußere Erscheinung hat, wirkt er tatsächlich als sexueller Fetisch. So mögen auf den einen Sockenfetischisten nur weiße Tennissocken wirken, während sich ein anderer nur von grauen Kniestrümpfen in den Bann gezogen fühlt. Mehrfach-Fetische, insbesondere Kombinationen aus Körperteil und Kleidungsstück, sind nicht ungewöhnlich.

Viele Fetischgegenstände sind untrennbar mit ihrer Anwendung verbunden. Kleider etwa wirken meist nur dann erotisierend, wenn sie am fremden Körper betrachtet oder am eigenen getragen werden. Häufig scheinen Fetische ihre sexuelle Anziehungskraft erst dadurch zu erhalten, dass sie mit einem bestimmten Szenario oder Image in Verbindung gebracht werden. Dabei übertragen sich Eigenschaften der Umgebung auf den Gegenstand selbst. Beispielsweise nimmt man an, dass Schuluniformen und kleine Brüste vor allem deshalb zum Fetisch werden, weil sie mit jungen Mädchen in Verbindung gebracht werden.

Fetische können sich im Laufe der Zeit verändern. Dabei wird entweder der vorhandene Fetisch durch einen anderen ersetzt oder es kommen weitere Fetische hinzu; ein dauerhafter Rückgang des Fetischismus ohne äußere Einflüsse kommt in aller Regel nicht vor. Gelegentlich können äußere Ursachen für eine solche Änderung benannt werden, im Allgemeinen ist jedoch nicht absehbar, wie, wann und warum sich ein Fetisch ändert. Ähnlich wie beim Sadismus besteht hier die Gefahr, dass sich der Fetischismus im Laufe der Zeit immer mehr steigert, bis hin zu einem krankhaften Niveau.
Last update Freitag 25 April 2008.

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